Zurück zur Übersicht
Ratgeber

Welpenimpfung: Impfplan und wichtige Hinweise

Welpenimpfung: das allgemeine Impfschema der StIKo Vet, Impfreaktionen und die offiziellen Hinweise zu EU-Reisen.

Paul, CaniComplete Redaktion

Die Redaktion prüft Deklaration, Dosierung und Quellen. Ergänzungsfuttermittel — kein Arzneimittel; bei anhaltenden Beschwerden bitte den Tierarzt fragen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt.

5 min

Welpen brauchen mehrere Impftermine, weil der Schutz nicht nach einer einzigen Spritze zuverlässig aufgebaut ist. Welche Impfungen wann sinnvoll sind, hängt vom Alter, vom Impfstoff und vom Risiko Ihres Welpen ab. Planen Sie die Grundimmunisierung mit Ihrer Tierarztpraxis.

Kurzantwort

  • Impfplan: Das allgemeine Welpenschema der StIKo Vet steht in der Tabelle weiter unten.
  • Einordnung: Die Leitlinie nennt Hepatitis contagiosa canis nicht mehr als unbedingte Core-Impfung.
  • Weitere Impfungen: Die Leitlinie unterscheidet nach Krankheit und Indikation.
  • Draußen: Kontakte und Spaziergänge mit der Praxis so planen, dass Sozialisation und Infektionsschutz zusammenpassen.
  • Praxis: Fieber, Erbrechen, Gesichtsschwellung, Atemnot oder anhaltende Apathie nach der Impfung – nicht abwarten.

Wann zum Tierarzt

Jeder Impfplan für die Welpe Impfung gehört individualisiert in die Praxis – und jede schwere Reaktion nach der Impfung ebenfalls. Nicht jede leichte Müdigkeit ist ein Notfall; Atemnot, Kollaps und massive Schwellung sind es.

Umgehend / notfallnah (Praxis oder Notdienst)

  • Gesichtsschwellung, Nesselsucht, starkes Jucken unmittelbar nach der Impfung
  • Atemnot, keuchende Atmung, blasse/blaue Schleimhäute
  • Kollaps, Krämpfe, Bewusstseinsstörung
  • anhaltendes Erbrechen oder blutiger Durchfall nach dem Termin
  • hohe Apathie, Fieber mit deutlich gestörtem Allgemeinbefinden

Zeitnah vorstellen

  • erste Welpe Impfung planen (üblich um 8 Wochen) und Auffrischungen terminieren
  • Impfpass unvollständig, unklare Vorgeschichte (Import, Tierheim, Zucht)
  • Welpe krank, fiebernd oder stark parasitenbelastet vor geplanter Impfung
  • Reiseplanung (EU-Ausweis, Tollwut, Wartezeiten)
  • wiederholte milde Reaktionen, die sich häufen
  • Verdacht auf unzureichenden Schutz trotz Serie (Klinik entscheidet über Titer/Booster)

Wann häusliche Beobachtung vertretbar sein kann

Nur bei stabilem Welpen: leichte Schläfrigkeit oder kurze Appetitlosigkeit am Impftag, kleine lokale Schwellung, die rasch abklingt, und ansonsten freudiges Verhalten. Bei Unsicherheit gilt der Praxisanruf. Orientierung – keine Notfall-Triage vor Ort.

Welpen-Impfplan nach der StIKo Vet

Die StIKo-Vet-Leitlinie zählt bei Welpen alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren zur Grundimmunisierung. Ihr allgemeines Schema für Core-Impfungen nennt folgende Antigene und Zeitpunkte:

AlterIn der Leitlinie genannt
8 LebenswochenParvovirose, Staupe, Leptospirose
12 LebenswochenParvovirose, Staupe, Leptospirose
16 LebenswochenParvovirose, Staupe
15 LebensmonateParvovirose, Staupe, Leptospirose

Die Leitlinie stellt außerdem klar, dass Hepatitis-contagiosa-canis-Impfungen nicht mehr als unbedingte Core-Impfung gelten; die meisten Kombinationsimpfstoffe enthalten weiterhin eine HCC-Komponente. Diese Übersicht gibt das allgemeine Schema der Leitlinie wieder, keinen individuellen Impfplan.

Quelle: StIKo Vet am FLI, Leitlinie zur Impfung von Kleintieren, 6. Auflage, Abschnitt A.1 „Hunde“, Allgemeines Impfschema (Stand 06.01.2025).

Impfreaktionen und Nachsorge

Kurz: Leichte Lokal- und Allgemeinreaktionen kommen vor und klingen oft rasch ab. Systemische Allergie und schwere Allgemeinstörung sind selten, aber praxispflichtig.

Häufig milder Verlauf: kurze Schläfrigkeit, vorübergehend geringerer Appetit, kleine Schwellung an der Injektionsstelle, leichte Temperaturerhöhung.

Alarmzeichen: Gesicht/Lefzen/Augenlider geschwollen; Erbrechen, Durchfall, Kreislaufschwäche; Atemnot; anhaltendes Fieber und Apathie. Impfstoff, Charge und Uhrzeit im Pass dokumentieren.

Nach der Spritze: eher ruhige Spaziergänge (soweit alters- und praxisbedingt erlaubt), Einstichstelle nicht reizen, Futter/Wasser anbieten; andere Medikamente und Wurmkuren mit der Praxis abstimmen. Auch Kontakte vor Abschluss der Impfserie sollten Sie dort besprechen.

Sozialisation, Outdoor und Kosten

Kurz: Die Sozialisationsphase (grob 3–14/16 Wochen) überschneidet sich mit der Welpe Impfung-Serie. Infektionsschutz und Sozialisation parallel planen und den Welpen nicht überfordern. Welche Kontakte sinnvoll sind, hängt von regionalem Infektionsrisiko und Impfstand ab.

  • Kontrollierte positive Kontakte mit gesunden, geimpften Hunden und reizarmer Umwelt
  • Menschen, Geräusche, Untergründe zu Hause und im sicheren Rahmen üben
  • Parallel: Erziehung – siehe Hundeerziehung
  • Mutter und Wurf: Gesundheits- und Impfstatus der Hündin beeinflussen den Start – siehe Hund schwanger

Kosten (Orientierung): Preise variieren nach Region, Praxis und Impfstoff-Kombination. Treiben: Kombinations- vs. Einzelimpfung, Lepto-/Bordetella-Zusätze, Untersuchung/Pass-Eintrag, Reise-Pakete (Chip, Tollwut, Ausweis). Core-Antigene können lange Immunität zeigen; Auffrischintervalle und Titer-Strategien sind antigen- und leitlinienabhängig – keine Internet-Selbst-Intervall-Kürzung.

Häufige Fehler

  1. Serie abbrechen, weil „eine Impfung schon viel ist“
  2. Kontakte vor Abschluss der Impfserie ohne Abwägung mit der Praxis planen
  3. Krank impfen (Fieber, schwere Parasitose) ohne Praxis-Check
  4. Reise-Tollwut-Planung ohne rechtzeitige Prüfung von Fristen und Einreisebestimmungen
  5. Borreliose-Impfung als Zeckenschutz-Ersatz – Impfung und Prophylaxe sind nicht dasselbe
  6. Lagerung/„mitgebrachte“ Impfstoffe aus dem Internet – Kühlkette und Zulassung sind keine Bastelprojekte
  7. Homöopathie/„natürliche Immunboost“ als Ersatz der Welpe Impfung – ersetzt keinen validierten Impfschutz

FAQ

Wann sollte ich meinen Welpen zum ersten Mal impfen lassen?

Das allgemeine StIKo-Vet-Schema steht in der Tabelle oben. Die Leitlinie zählt alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren zur Grundimmunisierung.

Welche Impfungen sind für Welpen dringend empfohlen?

Die StIKo-Vet-Leitlinie ordnet die Impfungen nach Krankheit und Indikation ein. Ihr allgemeines Welpenschema und die Einordnung von Hepatitis contagiosa canis stehen oben.

Darf mein Welpe nach der Impfung sofort nach draußen?

Leichte Bewegung ist oft möglich; Orte mit vielen unbekannten Hunden sollten Sie bis zum passenden Schutz mit der Praxis absprechen. Tragen kann eine Zwischenlösung sein.

Was sind normale Reaktionen nach einer Welpenimpfung?

Kurzzeitige Schläfrigkeit, leichter Appetitverlust, kleine lokale Schwellung. Gesichtsschwellung, Atemnot, Erbrechen mit Kreislaufproblemen: sofort die Praxis bzw. den Notdienst.

Braucht jeder Welpe eine Borreliose-Impfung?

Nein. Regional und nach Zeckenexposition entscheiden. Zeckenschutz und schnelles Entfernen bleiben zentral – siehe Zeckenbiss beim Hund.

Was ist mit Impfung und trächtiger Hündin?

Impfstatus der Mutter und Welpenstart hängen zusammen; Trächtigkeit und Wurfbetreuung sind eigene Themen – siehe Hund schwanger und die betreuende Praxis. Frühe Kolostrumaufnahme ist für neugeborene Welpen wichtig.

Ersetzt ein Titer die Auffrischung?

Manchmal für bestimmte Core-Antigene und Tollwut – nie pauschal für alle Impfstoffe und nie ohne tierärztliche Interpretation.

EU-Reise mit Welpe – was zählt?

Prüfen Sie Mikrochip, Tollwutimpfung, Ausweis und mögliche Wartezeiten anhand der aktuellen EU-Regeln für Reisen mit Haustieren.

Verwandte Themen

Quellen und Hinweise

Hinweis: Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Impfberatung.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und ersetzen keine tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Bei gesundheitlichen Problemen Ihres Hundes konsultieren Sie bitte immer einen qualifizierten Tierarzt. Ergänzungsfuttermittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.