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CaniComplete Ratgeber · Ernährung

Getreidefreies Hundefutter: Was das Etikett verrät und worauf du achten solltest

Getreidefreies Hundefutter fällt im Regal schnell auf. Die Kennzeichnung beantwortet aber nur eine Frage zur Zusammensetzung. Ob ein Futter deinen Hund bedarfsgerecht versorgt, gut vertragen wird und zu seiner Lebensphase passt, lässt sich daraus allein nicht ablesen.

CaniComplete Redaktion · Stand: 7. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Eine Halterin hält eine neutrale Futterverpackung am Küchentisch; ihr Hund ruht in der Nähe.
Illustration: KI-generiert

Dieser Ratgeber hilft dir, das Thema ohne pauschale Versprechen einzuordnen. Du erfährst, welche Angaben beim Vergleichen nützlich sind, warum Verdauungsprobleme keine automatische Getreideallergie bedeuten und wie die Diskussion über ernährungsassoziierte Herzerkrankungen einzuordnen ist.

Kurz gesagt: Entscheide nach der vollständigen Ration und den Bedürfnissen deines Hundes. „Getreidefrei“ ist weder ein allgemeines Gesundheitssiegel noch für sich genommen ein Beweis, dass ein Futter ungeeignet ist.

1. Hundefutter ohne Getreide: Was bedeutet die Kennzeichnung?

Getreide liefert unter anderem Energie und weitere Nährstoffe. Nach Angaben der WSAVA können Hunde entsprechend aufbereitetes Getreide verdauen. Entscheidend ist eine vollständige, ausgewogene Gesamtration, die zur Tierart und Lebensphase passt. Der Name einer einzelnen Zutat erlaubt keine zuverlässige Bewertung des gesamten Futters. 1

„Getreidefrei“ bedeutet auch nicht automatisch „ohne Kohlenhydrate“. Ein Futter kann andere stärkereiche Zutaten enthalten, etwa Kartoffeln oder Hülsenfrüchte. Schau deshalb auf die konkrete Rezeptur und die Nährwertangaben, statt aus der Vorderseite der Verpackung auf den Inhalt zu schließen.

Für deine Entscheidung hilft es, zwei Fragen getrennt aufzuschreiben: Gibt es einen konkreten Grund, eine bestimmte Zutat zu meiden? Und ist das in Betracht gezogene Futter insgesamt für meinen Hund geeignet? Eine klare Antwort auf die erste Frage ersetzt die zweite nicht.

2. Prüfe zuerst, wofür das Futter gedacht ist

Auf der Verpackung sollte erkennbar sein, ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder ein Ergänzungsfuttermittel handelt. Ein Alleinfuttermittel ist zur vollständigen Versorgung in der vorgesehenen Tagesration bestimmt. Ein Ergänzungsfuttermittel wird zusammen mit weiteren Futtermitteln verwendet und ist nicht automatisch eine vollständige Hauptmahlzeit. Der europäische Branchenverband FEDIAF erläutert diese Unterscheidung. 2

Prüfe außerdem, für welche Lebensphase das Futter vorgesehen ist. Ein Produkt für erwachsene Hunde ist nicht schon deshalb eine passende Wahl für einen wachsenden Welpen, weil die Zutatenliste ähnlich aussieht. Die WSAVA nennt die Lebensphase ausdrücklich als Auswahlkriterium. 1

Fotografiere die gesamte Kennzeichnung, wenn du ein Futter mit der Praxis besprechen möchtest. Eine Aufnahme nur von der Vorderseite lässt wichtige Angaben weg. Notiere auch die genaue Sorte: Innerhalb einer Marke können sich Produkte deutlich unterscheiden.

3. Vergleiche nachvollziehbare Angaben

Die WSAVA empfiehlt, unter anderem nach fachlicher Verantwortung für die Rezeptur, Qualitätskontrollen und verfügbaren Nährstoffinformationen zu fragen. Werbliche Begriffe wie „Premium“ ersetzen diese Angaben nicht. 3

Die folgende Tabelle ist eine eigene Hilfe für zwei konkrete Produkte. Trage Antworten ein, keine Punktzahlen. Ein fehlender Wert ist zunächst eine offene Frage und kein automatisch bewiesener Qualitätsmangel.

PrüffrageFutter AFutter B
Genaue Bezeichnung und SorteEintragenEintragen
Allein- oder Ergänzungsfuttermittel?Kennzeichnung übernehmenKennzeichnung übernehmen
Vorgesehene LebensphaseEintragenEintragen
Energiegehalt angegeben oder erhältlich?Wert und Einheit notierenWert und Einheit notieren
Tagesmenge für unseren HundAusgangsangabe notierenAusgangsangabe notieren
Rezeptur und Qualitätskontrolle erklärt?Antwort oder offene FrageAntwort oder offene Frage
Individuelle Einschränkungen berücksichtigt?Mit Praxis abgleichenMit Praxis abgleichen

Eine konkrete Frage an den Hersteller könnte lauten: „Wer ist für die ernährungsphysiologische Formulierung dieser Sorte verantwortlich und welche Nährstoffanalyse können Sie bereitstellen?“ Die Antwort sollte sich auf das Produkt beziehen, nicht nur auf die Philosophie der Marke.

Sammle solche Informationen an einem Ort. Wenn du die Entscheidung nach einigen Wochen erneut besprichst, weißt du noch, auf welchen Angaben sie beruhte.

Auch für den Preisvergleich lohnt sich eine klare Bezugsgröße. Ein frei erfundenes Rechenbeispiel: Kostet ein Futter sechs Euro pro Kilogramm und beträgt die vereinbarte Tagesmenge 200 Gramm, ergeben sich 1,20 Euro pro Tag. Bei einem anderen Futter können Preis und Tagesmenge anders ausfallen. Vergleiche deshalb nicht nur den Sackpreis. Die Rechnung bewertet keine Futterqualität und legt keine passende Portion für deinen Hund fest; sie hilft lediglich bei der Budgetplanung, nachdem die geeignete Menge geklärt wurde.

4. Verwechsle Beschwerden nicht mit einer bestätigten Allergie

Haut- und Verdauungsprobleme können bei Futtermittelallergien vorkommen, haben aber auch andere mögliche Ursachen. PDSA beschreibt unter anderem tierische Proteine und Weizen als mögliche Auslöser. Ein bloßer Wechsel auf getreidefreies Futter klärt deshalb nicht zuverlässig, worauf ein Hund reagiert. 4

Bei entsprechendem Verdacht kann die Praxis eine gezielte Ausschlussdiät beziehungsweise Futterprobe planen. Dabei müssen auch Leckerlis, Kauartikel und andere Futterquellen berücksichtigt werden. Auswahl, Dauer und Auswertung gehören in die tierärztliche Begleitung. 4

Für den Termin ist eine vollständige Futterliste hilfreich. Nimm alles auf, was tatsächlich gefressen wird: Hauptfutter, Trainingsbelohnungen, Kauartikel, Reste vom Tisch und Ergänzungen. Frage andere Personen im Haushalt ausdrücklich nach. „Er bekommt nur dieses Futter“ stimmt sonst manchmal nur für die Hauptmahlzeiten.

Notiere zusätzlich, seit wann welche Beschwerden bestehen und was bereits verändert wurde. Kennzeichne eine Besserung als Beobachtung: „Seit dem Wechsel weniger gekratzt“ ist eine Information. „Damit ist die Allergie bewiesen“ geht darüber hinaus.

5. Ordne die Diskussion über DCM sorgfältig ein

Die dilatative Kardiomyopathie, kurz DCM, ist eine Erkrankung des Herzmuskels. Die US-amerikanische FDA untersucht mögliche Zusammenhänge zwischen Ernährung und nicht erblichen Formen dieser Erkrankung. Ihre Informationen beschreiben ein komplexes Zusammenspiel möglicher Faktoren und keine einfache Ursache-Wirkungs-Regel. 5

Gemeldet wurden Fälle im Zusammenhang mit getreidefreien und getreidehaltigen Futtern. In vielen gemeldeten Rezepturen standen Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Linsen weit oben in der Zutatenliste. Die FDA betont zugleich, dass die genaue Verbindung nicht geklärt ist und Hülsenfrüchte nicht allein deshalb als grundsätzlich gefährlich gelten. 5

Aus diesen Meldungen lässt sich weder ableiten, dass jedes getreidefreie Futter DCM verursacht, noch dass jedes getreidehaltige Futter dieses Risiko ausschließt. Die FDA empfiehlt, Ernährungsentscheidungen mit der Tierarztpraxis zu besprechen. 5

Wenn du wegen einer Meldung verunsichert bist, nimm die genaue Sorte und deine Fragen mit. Eine alte Liste mit Markennamen ist kein Ersatz für eine aktuelle Bewertung der konkreten Fütterung. Stelle auch keine Herzdiagnose anhand des Etiketts.

6. Formuliere ein klares Ziel, bevor du wechselst

Schreib einen Satz auf: Warum soll das Futter geändert werden? Mögliche Antworten sind etwa eine tierärztlich empfohlene Anpassung, eine neue Lebensphase oder ein praktisches Problem mit der bisherigen Versorgung. „Weil die Packung besser klingt“ liefert noch kein Kriterium, an dem du die Entscheidung später beurteilen kannst.

Lege mit der Praxis fest, wie ein notwendiger Wechsel erfolgen soll und was beobachtet wird. Halte die vereinbarte Menge und die genaue Sorte fest. Wenn mehrere Personen füttern, sollten alle denselben Plan verwenden.

Eine einfache Abschlussnotiz kann vier Zeilen haben: Ausgangsfutter, Grund für die Änderung, vereinbarter Ablauf und nächster Rücksprachetermin. Das ist übersichtlicher als eine Sammlung widersprüchlicher Screenshots aus Foren.

Häufige Fragen zu getreidefreiem Futter

Ist Getreide nur ein billiger Füllstoff? Diese pauschale Einordnung ist ernährungsphysiologisch nicht hilfreich. Getreide kann Nährstoffe liefern; beurteilt werden muss die gesamte Ration. 1

Ist getreidefrei dasselbe wie hypoallergen? Die Kennzeichnung allein macht ein Futter nicht zu einer geeigneten Ausschlussdiät. Wenn eine Allergie vermutet wird, zählt die gezielt ausgewählte und konsequent durchgeführte Fütterung unter fachlicher Anleitung. 4

Muss ich ein gut vertragenes Futter vorsorglich austauschen? Aus diesem Artikel ergibt sich keine pauschale Wechselaufforderung. Besprich konkrete Bedenken anhand der tatsächlichen Sorte und der gesundheitlichen Situation deines Hundes.

Deine Checkliste für die Futterentscheidung

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Quellen

Vergleichstabelle und Entscheidungsnotizen sind eigene Hilfen. Es werden keine Futtersorten bewertet oder gesundheitliche Wirkungen eines CaniComplete-Produkts behauptet. Die FDA-Einordnung bezieht sich auf die zum Quellencheck verfügbare Informationsseite.

  1. WSAVA: Frequently Asked Questions and Myths – PDF
  2. FEDIAF: Complete and complementary pet food
  3. WSAVA: Guidelines on selecting pet foods – PDF
  4. PDSA: Food allergies in dogs
  5. FDA: Potential causes of non-hereditary DCM in dogs

Quellen geprüft am 7. September 2026.

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